25
Nov
2011
Rezension: Erin Hunter – Morgenröte – Warrior Cats – Die neue Prophezeiung 3
Als die fünf Freunde Brombeerkralle, Sturmpelz, Eichhornpfote, Bernsteinpelz und Krähenpfote nach ihrer langen Wanderung in den Wald der vier Clans zurückkehren, trauen sie ihren Augen nicht. Baumgeviert und Großfelsen – über viele Generationen hinweg Versammlungsort der Clans – gibt es nicht mehr. Wind-Clan und Donner-Clan mussten ihre geschützten Lager aufgeben, da die Zweibeiner im Wald immer näher rücken. Bäume fallen, Wiesen und Sicherheit verschwinden unter den gefährlichen Krallen der Zweibeinermonster. Beute ist so knapp geworden, dass die vier Clans am Rande des Verhungerns stehen. Doch noch klammern sich Fluss- und Schatten-Clan an alte Gewohnheiten, und Feuerstern weiß, dass nur alle Clans gemeinsam aufbrechen können, um eine neue Heimat zu finden. Als der Schatten-Clan in Gefahr durch die Zweibeiner gerät, eilen die übrigen Clans zu Hilfe. Unter der Führung von Brombeerkralle, Eichhornpfote, Bernsteinpelz, Krähenpfote und Sturmpelz machen sie sich schließlich gemeinsam auf, ein neues Zuhause zu finden – doch wohin wird sie ihr Weg führen?
Über die vielen Abenteuer hinweg, die man bis zu diesem Buch mit den Katzen der Clans bestanden hat, sind diese einem mittlerweile zu einer richtigen Familie geworden. Mit jedem neuen Buch ist man daher richtig froh, endlich wieder zu ihnen zurückkehren zu können, schließlich hat man sie schon richtig vermisst. Und genau wie die Katzen ist man selbst bestürzt über das unheilvolle Vorgehen im Wald. Nicht nur, dass die Zweibeiner die Katzen immer mehr ihrer Heimat berauben, sie fangen sie auch ein, wann immer ihnen eine in die Fänge gerät.
Es wundert also nicht, dass man dieses Buch kaum aus der Hand legen kann. Der Einfallsreichtum des Autorenteams scheint endlos zu sein, und das ist gut so. Mit jeder weiteren Geschichte um die Warrior Cats beweisen die Autoren aufs Neue, dass sie sich darauf verstehen, einfühlsame, fesselnde und nicht selten sehr zu Herzen gehende Geschichten zu erzählen. So sind diese Bücher nicht nur mit vielen Ereignissen und Abenteuern, mit Mut, Hoffnung und Freundschaft gespickt, sondern auch mit viel Liebe für Katzen – und das spürt man in jedem einzelnen Band immer wieder.
In „Morgenröte“ zeigt das Autorenteam Erin Hunter wieder einmal, dass sie großartige Katzengeschichten zu schreiben vermögen. Mit vielen Ideen und einer Menge turbulenten „zwischenkatzlichen“ Beziehungen lassen sie ihre Leser dieses Mal an einer gefahrvollen Reise teilhaben und versetzen uns damit wahrhaftig in die Welt der Clans. Man taucht völlig ein und fühlt sich rundum wohl zwischen den inzwischen liebgewonnenen vierbeinigen Gefährten. Am Ende wünschte ich mir – wieder einmal – dass dieses Abenteuer noch nicht zu Ende sein möge, denn ich wollte mich noch nicht von dieser Geschichte trennen. Die Warrior Cats versprechen wieder und wieder ein großes Lesevergnügen – ich jedenfalls war vollkommen gefangen!
Nach Violet Edens siebzehnten Geburtstag verändert sich ihre Welt von Grund auf. Sie muss erkennen, dass ihr bester Freund Lincoln, in den sie schrecklich verliebt ist, nicht der ist, der er vorgab zu sein und dass sie selbst eine Grigori – eine Wächterin verbannter Engel – mit einer unglaublichen Macht ist. Doch dieses Erbe anzunehmen fällt Violet schwer. Ein Glück, dass im richtigen Moment Phoenix auftaucht. Obwohl er ein Verbannter ist, und somit eigentlich Violets Feind sein müsste, schafft er es, sie auf andere Gedanken zu bringen und sie aufzuheitern als sie Trost am dringendsten braucht. Während sich Violet von Lincoln betrogen glaubt, muss sie immer mehr feststellen, dass ihr Phoenix inzwischen nicht nur zu einem guten Freund geworden ist, sondern sie sich immer mehr zu ihm hingezogen fühlt. Doch als Lincoln lebensbedrohlich verletzt wird, gibt es nur eine Möglichkeit ihn zu retten: sie muss endgültig zu einer Grigori werden, denn nur sie kann ihn retten. Schon bald sieht sie sich nicht nur mit ihren hasserfüllten Gefühlen Lincoln gegenüber konfrontiert, sondern auch einem finsteren Bündnis der verbannten Engel, die nur ein Ziel haben: alle Grigori zu vernichten – und sie ist die Erste. Und welche Rolle spielt Phoenix bei all dem; ist er wirklich ein Freund?
Das Autorenteam Erin Hunter hat es geschafft, dass ich wie gebannt an ihren geschriebenen Zeilen hing und mir zwei Dinge sehnlichst wünschte: zum einen, dass ich schneller lesen könnte, zum anderen, dass das Buch mehr Seiten hätte und nicht so schnell zu Ende wäre. 
Wow!
Wer „Das Portal der Dämonen“ in Händen hält und sich den Klapptext genauer durchliest, könnte meinen, dass dies wieder einmal ein Buch ist, in dem ein Kind das Böse besiegt – ein Inhalt also, wie man ihn vielleicht schon dutzendfach gelesen hat. Doch wer so denkt, der irrt. Denn dieser Roman ist soviel mehr, dass derjenige, der dieses Buch nun wieder weglegt, wirklich etwas verpassen würde!
Ich war sehr gespannt auf das Buch: eine Neuverfassung von „Rotkäppchen“, jedoch im aktuellen Mainstream um Werwölfe & Co. angesiedelt.
Was war ich von
Siobhan Dowd schrieb kurz vor ihrem Tod den Grobentwurf für dieses Buch, den Schriftstellerkollege Patrick Ness später auf Bitten des Verlages aufnahm und seine eigene Geschichte daraus machte. Und diese ist ihm überaus fantastisch gelungen!



