Archiv für die Kategorie 'Bildbände'

30 Jan
2012

Rezension: Annie Bertram – Zeitlose Engel – Obsolete Angels

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„Zeitlose Engel – Obsolete Angels“ hält 14 Kurzgeschichten namhafter und weniger bekannter Autoren parat; wunderbar ergänzt durch Annie Bertrams Fotokreationen, die an sich zumeist ein kleines Kunstwerk sind. Da lesen wir Markus Heitz, Jeanine Krock, Boris Koch und viele weitere, die ihren Ideen in diesem Buch freien Lauf ließen und ganz unterschiedliche Variationen ihrer „Zeitlosen Engel“ aufbieten.

Nachdem mich Annie Bertram mit ihrem Fotoband „Wahre Märchen“ regelrecht begeistert konnte, war ich gespannt, ob das neue Buch „Zeitlose Engel – Obsolete Angels“ dieselbe Aussagekraft und Originalität ausstrahlen würde, wie sein Vorgänger.
Doch ich muss zugeben, diesmal war ich etwas enttäuscht. Während viele Fotos dem vom ersten Buch gewohnten Stil – einer fantastischen Symbiose zur jeweiligen Geschichte – folgen und für sich selbst nicht nur überaus gelungen, sondern richtig kunstvoll anzusehen sind, war ich jedoch von einigen Bildern und einem Groß der Geschichten schlichtweg enttäuscht.

Es ist wirklich großartig, was für einen außerordentlichen Einfallsreichtum Annie Bertram mit ihren Fotos zu den Geschichten wieder einmal beweist. Nicht nur, dass die Kulissen irgendwie immer perfekt zur Story passen, auch die Models sind größtenteils perfekt in Szene gesetzt. Schade finde ich jedoch, dass wenige Bilder fast dieselbe Szene zeigen, mit nur minimal veränderter Pose. Das nimmt dem Ganzen irgendwie die Einzigartigkeit. Obwohl die Anzahl solcher Fotos gering ist, musste ich doch an „Lückenfüller“ denken. Auch mancher Bildausschnitt brachte mich zum Nachdenken: denn auf einigen Fotos wurde dieser – für meinen Geschmack – so  unglücklich gewählt, dass von einigen Fotomodellen die Füße weggeschnitten wurden. Sicherlich von der Fotografin so gewollt, konnten mich diese Bilder jedoch nicht überzeugen.

Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte von Boris Koch, „Die Skorpionfrau“, und Annie Bertrams einzigartige Fotos dazu – wirklich fantastisch gelungen und ein absoluter Höhepunkt dieses schmalen Bändchens. Doch wie es Herausragendes gibt, so fand ich auch eine Geschichte, die ich schlichtweg abbrechen musste. Dirk Bernemanns „Der Kannibale“ erschien mir eher „je bestialischer, desto besser“ und war für mich einfach nur grausam zu lesen.

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03 Okt
2011

Rezension: Károly Pump – Der Mensch und sein Hund

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Auf 120 Seiten zeigt dieser Bildband im ungewöhnlichen hochformatigen Panorama-Format 50 Fotografien von Hunden und ihren Herrchen. Die ebenso ungewohnte niedrige Perspektive – oftmals in Augenhöhe der Hunde – macht es möglich, das Umfeld der Vierbeiner einmal aus ihrer Sicht wahrzunehmen.

Das außergewöhnliche Format hat mich begeistert – eben wirklich mal etwas anderes und ein echter Hingucker – und das Thema, nämlich die Beziehung zwischen Mensch und Hund mal aus anderer Sichtweise kennenzulernen, hat mich ebenfalls gereizt.

Doch bereits beim ersten Durchblättern wurde mir klar, dass ich wahrscheinlich zu hohe Erwartungen an diesen Bildband gehegt habe. Dem Fotografen ging es weniger um Kunstfertigkeit, Schärfe oder besonderes Motiv, sondern wirklich und einzig um den Hund als Begleiter der Menschen mal aus einer anderen Perspektive zu zeigen. Darum ist ein Groß der Fotos richtiggehend unscharf, manche weniger scharf und verwackelt und nur einzelne zeigen sich wirklich richtig gut gelungen.

Sicher mag diese Unschärfe an der ungewöhnlichen Aufnahmeweise liegen: Károly Pump hat für die Umsetzung seiner Idee eigens seine Kamera in einen Rucksack auf Rollen verpackt und mittels Drahtauslöser das Bild aufgenommen. Schärfe fokussieren war hier also nicht möglich.

Károly Pump ist es mit seinem Bildband auf eigentümliche Art und Weise gelungen, die besondere Beziehung zwischen Mensch und Hund festzuhalten. Dafür nimmt der Liebhaber sicherlich auch Unschärfe in Kauf. Ich persönlich bin etwas enttäuscht.

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29 Jan
2010

Rezension: Nick Brandt – A Shadow Falls – Schatten über der Wildnis

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Nick Brandt ist ein begnadeter Fotograf. Er bannt seine Motive in ungewöhnlichen Augenblicken und Posen aufs Bild, die den Betrachter nicht selten staunen lassen. Landschaft, Himmel, Tier – alles an Brandts Bildern wirkt erhaben und strahlt eine eigentümliche Ruhe und Gelassenheit aus.

Der besondere Schwarz-Weiß-Ton, manchmal leicht Sepia, gelegentlich mit speziellen Infrarotfiltern aufgenommen oder verfremdet, ist wohl das Markenzeichen des Fotografen. Hier wird der Betrachter nicht durch eine Vielfalt an Farben abgelenkt, sondern kann die reizvollen – bisweilen nachdenklichen – Motive ganz auf sich wirken lassen. Dabei verliert man sich schon mal in den Bildern und muss feststellen, dass man die Fotos, die jedes für sich eine Geschichte zu erzählen scheinen, ewig betrachten könnte.

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Nick Brandts Bilder sind etwas besonderes und strahlen eine ganz eigene Ruhe aus. In schönen Kontrasten wird man hier der Weite unter dem afrikanischen Himmel überlassen, kann sich ganz auf die abgebildeten Szenen einlassen und sich darin verlieren. Beeindruckend!

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