Archiv für die Kategorie 'Buchbesprechungen'

06 Feb
2012

Rezension: Human Planet – Leben mit den Extremen der Natur

Extreme der Natur findet man überall auf der Welt. Ebenso Menschen, die sich diesen oftmals lebensfeindlichen Regionen bestens angepasst haben. „Human Planet“ – das Buch zur BBC-Earth-Dokumentation – stellt diese Menschen in unnachahmlicher Weise vor, und zeigt dem Leser Völker und Kulturen, die sich unter unwirtlichen Lebensumständen tagtäglich behaupten und die die Natur auf ihre ganz eigene Weise nutzen und respektieren.

Nachdem ich diesen Bildband das erste Mal in der Hand hielt und ein wenig darin blätterte, wusste ich, den muss ich unbedingt haben. Hier haben Autoren und Verlag wirklich etwas Großartiges geleistet. Nicht nur, dass er im schönen handlichen und vorallem lesefreundlichen Format von circa 25 x 26 cm daherkommt, er besticht auch durch ein klares aber angenehmes Layout im Innenteil, dass viele großformatige Fotos zulässt. Manchmal jedoch sind gerate des Layouts wegen einige Abbildungen etwas klein geraten, was jedoch die Fülle an tollen, ausdrucksstarken Bildern wieder wettmacht.

„Human Planet“ zeigt Menschen und Natur in acht verschiedene Habitate gegliedert: Grasland, Ozeane, Flüsse, Dschungel, Wüsten, Arktis, Berge und Stadtlandschaften. Auf jeweils circa 30 Seiten lesen wir von eindrucksvollen Naturschauspielen und ungewöhnlichen Bräuchen im entsprechenden Lebensraum. Und schnell wird klar, dass dieses Buch nicht nur wundervolle Bilder, sondern auch informative und spannende Texte zu bieten hat, die einen richtig in den Bann ziehen. Die Autoren Dale Templar und Brian Leith zeigen uns anhand einzelner Menschen und ihren Familien, was wir auf der ganzen Welt täglich leisten und welchen ungünstigen Lebensbedingungen wir uns im Lauf der Jahrhunderte angepasst haben. Dabei ist es wirklich erstaunlich wie wir es schaffen, unter den unwirtlichsten Umständen zu überleben und ganz eigene Sitten und Rituale erlernt haben.

Da lesen wir von ganzen Sippen in Westpapua, die ihre Häuser in 30-40 Meter hohen Bäumen errichten, von besonderen Jagdtechniken verschiedener indigener Völker in Afrika und von ungewöhnlichen – für uns Europäer fast undenkbaren – Speisen der Menschen im Dschungel bei Venezuela; von Honigsammlern im Kongo, die in 40 Meter hohe Baumriesen – fast ohne jedes Hilfsmittel – klettern, von Seezigeunern auf Borneo, die gänzlich auf dem Ozean leben und viele, viele weitere lesenswerte und überraschende Berichte über beeindruckende Menschen und Lebensweisen.

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05 Feb
2012

Rezension: Julie Kagawa – Plötzlich Fee – Winternacht

Meghan Chase, halb Mensch, halb Fee und Tochter des berüchtigten Feenkönigs Oberon sitzt am Winterhof fest. Nachdem der Winterprinz seinen Anteil an ihrem Vertrag eingehalten und ihr bei der Suche nach ihrem Bruder Ethan geholfen hat, ist es nun an Meghan, ihren Beitrag zu leisten. Nun ist sie also in dem klirrend kalten Palast der finsteren Königin Mab gefangen und friert sich noch zu Tode. Bis zur Tagundnachtgleiche, als das Sommerreich das Jahreszeitenzepter dem Winterhof traditionell übergibt. Doch eine dritte Partei hat es auf das wertvolle Zepter abgesehen, dass die Fähigkeiten seine Trägers überaus verstärken soll: die Eisernen Feen. Welcher Zeitpunkt wäre günstiger das Zepter an sich zu bringen als in der Nacht des ausgelassenen Feierns? Meghan muss hilflos zusehen, wie das Artefakt geraubt und der Kronprinz getötet wird. Königin Mab ist außer sich, bezichtigt das Sommereich mit einer rasenden Wut das Zepter gestohlen und ihren Sohn ermordert zu haben. Und Meghan ist ihr schutzlos ausgeliefert …
Um zu überleben und einen furchtbaren Krieg zu verhindern, müssen Ash und Meghan fliehen und das Zepter finden …

„Plötzlich Fee -Winternacht“ begann zu meiner Enttäuschung recht träge. Auf den ersten Seiten erinnerte mich dieses Buch eher an eine Teenagerromanze als an einen Fantasyroman. Während Meghan furchtbar theatralisch Prinz Ash hinterher trauert, der sich anscheinend von ihr abgewandt hat, und sich in Selbstmitleid ergeht, wurde ich immer deprimierter. Denn für den Leser ist von vornherein klar, dass Prinz Ash seine Gefühle verleugnen muss (auch ohne den Klapptext gelesen zu haben). Schon bald fand ich es anstrengend und zäh in der Geschichte zu lesen, deren Anfang sehr schleppend und mühselig ist. Zum Glück jedoch habe ich durchgehalten, denn sobald das Jahreszeitenzepter geraubt wurde, kommt Schwung in die Geschichte und endlich, endlich passiert mal etwas – dann auch gleich Schlag auf Schlag.

Auch in diesem zweiten Band war Meghan Chase mir – bis auf ein paar Anfangsschwierigkeiten – wieder richtig sympathisch, auch wenn sie für meinen Geschmack hin und wieder etwas zu melodramatisch auftrat. Prinz Ash, der mir so überaus gut im ersten Band gefiel, bleibt hier leider ein wenig blass; das ändert sich erst im zweiten Teil dieses Romans, in dem das Geschehen dann auch allgemein richtig Fahrt aufnimmt und man den Ereignissen nahezu hinterjagt.

Während wir beim letzten Abenteuer an Meghans Seite viel Zeit im sagenumwobenen Nimmernie verbachten, zieht es uns an der Seite liebgewordener Figuren diesmal verstärkt in unsere sterbliche Welt. Grimalkin, Puck, Eisenpferd, Virus sind alle mit von der Partie und lassen das Lesen ab der Hälfte des Buches zu einem richtigen Genuss werden. Julie Kagawa beweist auch in diesem Roman wieder, dass sie viele tolle Ideen hat, und diese anschaulich und mit viel Fantasie zu erzählen vermag.

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30 Jan
2012

Rezension: Annie Bertram – Zeitlose Engel – Obsolete Angels

Abgelegt unter Bildbände, Buchbesprechungen

„Zeitlose Engel – Obsolete Angels“ hält 14 Kurzgeschichten namhafter und weniger bekannter Autoren parat; wunderbar ergänzt durch Annie Bertrams Fotokreationen, die an sich zumeist ein kleines Kunstwerk sind. Da lesen wir Markus Heitz, Jeanine Krock, Boris Koch und viele weitere, die ihren Ideen in diesem Buch freien Lauf ließen und ganz unterschiedliche Variationen ihrer „Zeitlosen Engel“ aufbieten.

Nachdem mich Annie Bertram mit ihrem Fotoband „Wahre Märchen“ regelrecht begeistert konnte, war ich gespannt, ob das neue Buch „Zeitlose Engel – Obsolete Angels“ dieselbe Aussagekraft und Originalität ausstrahlen würde, wie sein Vorgänger.
Doch ich muss zugeben, diesmal war ich etwas enttäuscht. Während viele Fotos dem vom ersten Buch gewohnten Stil – einer fantastischen Symbiose zur jeweiligen Geschichte – folgen und für sich selbst nicht nur überaus gelungen, sondern richtig kunstvoll anzusehen sind, war ich jedoch von einigen Bildern und einem Groß der Geschichten schlichtweg enttäuscht.

Es ist wirklich großartig, was für einen außerordentlichen Einfallsreichtum Annie Bertram mit ihren Fotos zu den Geschichten wieder einmal beweist. Nicht nur, dass die Kulissen irgendwie immer perfekt zur Story passen, auch die Models sind größtenteils perfekt in Szene gesetzt. Schade finde ich jedoch, dass wenige Bilder fast dieselbe Szene zeigen, mit nur minimal veränderter Pose. Das nimmt dem Ganzen irgendwie die Einzigartigkeit. Obwohl die Anzahl solcher Fotos gering ist, musste ich doch an „Lückenfüller“ denken. Auch mancher Bildausschnitt brachte mich zum Nachdenken: denn auf einigen Fotos wurde dieser – für meinen Geschmack – so  unglücklich gewählt, dass von einigen Fotomodellen die Füße weggeschnitten wurden. Sicherlich von der Fotografin so gewollt, konnten mich diese Bilder jedoch nicht überzeugen.

Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte von Boris Koch, „Die Skorpionfrau“, und Annie Bertrams einzigartige Fotos dazu – wirklich fantastisch gelungen und ein absoluter Höhepunkt dieses schmalen Bändchens. Doch wie es Herausragendes gibt, so fand ich auch eine Geschichte, die ich schlichtweg abbrechen musste. Dirk Bernemanns „Der Kannibale“ erschien mir eher „je bestialischer, desto besser“ und war für mich einfach nur grausam zu lesen.

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20 Jan
2012

Rezension: Nicholas Evans – Die wir am meisten lieben

Tommy erfährt wenig Zuneigung von seinen Eltern. Einzig seine Schwester Diane bringt ihm Nähe und Geborgenheit entgegen. Als er mit 8 Jahren schließlich auf ein strenges Internat gehen soll, ist Diane außer sich und schluchzt beim Abschied mehr als Tommy. Das Internat Ashlawn stellt sich für Tommy schnell als Schreckensort heraus, Prügel erfahren die Jungen hier nicht nur von den Lehrern, sondern auch von älteren Schülern. Währenddessen weiß Diane ihr Publikum im Theater immer mehr von sich zu überzeugen und bekannte Hollywood-Produzenten zu begeistern. Schon bald wird sie als neuer Star am amerikanischen Filmhimmel gefeiert. Diane sieht ihre Zeit gekommen, Tommy aus dem Internat zu holen und ihm ein lang gehütetes Geheimnis anzuvertrauen, dass Tommys Welt zunächst vollkommen auf den Kopf stellt. Doch als Diane Tommy ihren Freund, den gefeierten Filmcowboy Ray Montane vorstellt, bei dem sie fortan in Kalifornieren leben werden, ist dieser hellauf begeistert. Noch ahnt er nicht, dass sich in ein paar Jahren alles dramatisch verändern wird …

Eines vorweg: Wer dramatische Schicksale oder eher traurige und sehr zu Herzen gehende Geschichten nicht mag, sollte dieses Buch nicht lesen. Denn, wenn Nicholas Evans eines kann, dann ergreifende und nicht alltägliche Geschichten zu erzählen, die einem einfach sehr nahe gehen … so auch mir. Denn schon während des Prologs musste ich schniefen und Tränchen wegdrücken. Und Nicholas Evans hat mich zunächst nicht enttäuscht. Ich war gefangen, ergriffen, betroffen, neugierig und vorallem konnte ich dieses Buch kaum weglegen.

In Zeitsprüngen, die kapitelweise von Toms Vergangenheit in den 50er Jahren und der Gegenwart erzählen, erfahren wir scheinbar wahllose Ereignisse: Tommys Schreckenszeit im Internat, mit Diane und Ray in Kalifornien, beim Filmdreh in Arizona, das Kennenlernen von Gina, Kanufahren mit dem kleinen Sohn Danny und viele, viele weitere, die eindrücklich Tommys Kindheit und Lebensgeschichte schildern. Zwischendrin das Jetzt: ein Streit mit seinem Sohn vor ein paar Jahren, das Bangen um Danny, der im Irak Zivilisten erschossen hat und unter Mordverdacht steht …

Gerade diese Kapitelsprünge lassen das Lesen niemals langweilig werden. Nicholas Evans erzählt in einfachem, auf den Punkt gebrachtem Schreibstil von seinen Protagonisten und den Ereignissen. Er schafft es irgendwie genau die Erlebnisse zu erzählen, die wichtig sind, um Tommys Geschichte zu verstehen. Dabei ist kein Satz überflüssig, vielmehr war ich von den Geschehnissen geradezu gefangen und konnte kaum aufhören zu lesen. Auch wenn einige Stellen des Plots für mich vorhersehbar waren, jagte ich fast atemlos über die Seiten und wunderte mich immer wieder erneut, wie schnell diese verflogen.

Wenngleich neben Tommy auch andere Figuren überzeugen konnten, blieben andere etwas blass und farblos gezeichnet. Das Augenmerk des Autors scheint vorallem auf Tom, Diane und Ray gelegen zu haben, deren Gefühlswelt – und nicht selten -chaos – wirklich gut gelungen sind. Die vom Autor erschaffene Filmwelt, in die Diane mehr und mehr eintaucht und von der sie sogar ein Teil wird, fand ich in sich stimmig und sehr glaubhaft umgesetzt. Hier hat er geschickt reelle Stars der 50er Jahre eingeflochten, die somit selbst ein kleiner Teil dieser Geschichte wurden.

Also war ich begeistert von dem Buch, den vielen Figuren, die trotz einer mitunter etwas flachen Darstellung, durchaus sympathisch waren – doch dann kam das Ende, und ich dachte, dass darf jetzt nicht Evans’ Ernst sein. Das Geständnis von Toms Sohn Danny am Ende, ließ mich mit schalem Geschmack zurück.

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Dieses Buch erhielt ich über Blogg dein Buch vom Aufbau Verlag. Herzlichen Dank! Mehr Infos zum Buch gibt’s auch auf der Verlagswebsite.

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11 Jan
2012

Rezension: Lisa Cach – Eternally – Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen

Die fünfzehnjährige Caitlyn wird von seltsamen Träumen heimgesucht. Manchmal träumt sie von einer längst vergangenen Zeit und manchmal von schreienden Geistern, die ihr Angst einflößen. Von ihren Eltern fühlt sie sich unverstanden, aber wie könnten sie auch auf Caitlyn eingehen, wenn sie selbst nicht weiß, was mit ihr los ist? Als sich ihr die Möglichkeit eines Stipendiums an einer französischen Schule bietet, ist Caitlyn sofort Feuer und Flamme, zumal die neue Schule in einer alten Burganlage liegt. Kurzentschlossen reist Caitlyn in die Dordogne, um fortan im Chateau de la Fortune zu leben und lernen; denn irgendwie weiß sie, dass dieser Schritt der Richtige für sie ist. Schon auf der Hinfahrt hat Caitlyn einen eigenartigen Traum. Doch spätestens als sie das zweite Mal von Raphael träumt, ist es um sie geschehen. Auch Raphael scheint sich mehr und mehr in sie zu verlieben, zuerst jedoch müssen sie den geheimen Schatz der Templer finden, der nach einer Legende in der Burg versteckt liegt. Sie haben nicht viel Zeit – Mörder haben es auf Raphael abgesehen. Schon bald ist sich Caitlyn nicht mehr sicher was real und was Traum ist, ist es vielleicht sogar Caitlyn, die tot ist und als Geist umgeht?

Was für ein seltsames Buch! Besonders zu Anfang musste ich mich alle paar Seiten wirklich zwingen weiterzulesen, denn die erste Hälfte des Buches passiert so gut wie gar nichts. Wir lesen von Caitlyns Umzug, wie sie mit ihren neuen Mitschülerinnen im Internat zurechtkommt, ab und an auch von einem ihrer lebhaften Träume. Caitlyn selbst blieb für mich als Leser jedoch sehr blass und wenig greifbar; warm wurde ich zuerst nicht mit ihr.

Hinzu kommt der wirklich sehr nüchtern und manchmal sogar etwas plump daherkommende Schreibstil. … Ganz allein der Autorin möchte ich diesen manchmal eher in Berichterstattung verfallenden Stil nicht zuschreiben, denn auch bei der Übersetzung hätte besser gearbeitet und das ein oder andere Synonym gefunden werden können, denn oft vorkommende Wortwiederholungen stören irgendwann den Lesefluss.

Als nach etwa der Hälfte dieses Romans das Geschehen dann endlich etwas Fahrt aufnahm, war ich froh, nicht aufgegeben zu haben. Doch schon bald erklärt die Autorin einige Phänomene derart haarsträubend und in etwas zu konfusem, flottem Tempo, dass ich das dann erstmal verdauen musste. Schließlich muss man Lisa Cach zugestehen, dass sie es immerhin noch geschafft hat, ein relativ stimmiges Ende für dieses Buch zu finden, dass einen guten Abschluss bildet.

„Eternally“ ist für mich kein Buch, dass man gelesen haben muss. Vielmehr hatte ich während des Lesens wirklich sehr oft den Drang das Buch wegzulegen. Doch da ich Bücher wirklich nur sehr ungern abbreche, habe ich mich durchgebissen, denn immerhin passiert bis zur ersten Hälfte dieses Buches nichts interessantes. Als dann die Ereignisse langsam in Gang kommen, bleibt das Tempo jedoch gemächlich. Da war für mich keine Spannung, kein Sog zu spüren, das Geschehen plätschert eher so vor sich hin. Immerhin ist man zu diesem Zeitpunkt – schließlich hat man schon so lang durchgehalten – gewillt, herauszufinden, was es mit Caitlyns Träumen in die Vergangenheit auf sich hat, und wie ihre Liebe zu Raphael schließlich doch noch real werden kann.

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08 Jan
2012

Rezension: Jeaniene Frost – Rubinroter Schatten – Night Huntress World 2

Als Kira eines Abends Schreie aus einem verfallenen Lagerhaus hört, zögert sie nicht dem in Not Geratenen zu helfen; nicht ahnend, dass Mencheres seinem unsterblichen Leben ein Ende setzen wollte. Als die Ghule von Mencheres ablassen und sich stattdessen auf die junge Frau stürzen, hätte es ihm egal sein müssen. Dumme Sterbliche! Doch seltsamerweise konnte er sie nicht ihrem grausigen Schicksal überlassen. Und nicht nur das! Mencheres kann weder Kiras Gedanken lesen, noch sie mit seinen Kräften beeinflussen; vielmehr scheint sie nach und nach IHN zu verändern. Mitten hinein gerät die junge Sterbliche in den jahrtausendealten Kampf zwischen ihm und seinem Erzfeind Radjedef, und dieser fordert schon bald Kiras Tod. Mencheres bleibt nichts weiter übrig als Kira zu einer der Seinen zu machen, sich wohlbewusst, dass sie ihn hassen wird. Doch nachdem Kiras erster Blutrausch verebbt ist, kann sie Mencheres einfach nicht verachten, denn plötzlich ist sie sich sicher: sie liebt ihn …

Mit „Rubinroter Schatten“ erschien das zweite Spin-Off aus der Cat-&-Bones-Reihe, in dem nun Mencheres, der uralte Vampir, seine eigene Geschichte erhält …
Ich war neugierig wie Mencheres’ Geschichte wohl aussehen würde; der Vampir, der für meinen Geschmack in den bisherigen Cat-&-Bones-Romanen immer sehr distanziert, unnahbar und vor allem geheimnisvoll daherkam und mit dem ich bisher nie recht warm wurde. Welche Vergangenheit und vorallem welche Zukunft, hat Jeaniene Frost für ihn wohl ersonnen? In diesem Roman lesen wir eine ausgeklügelte Lebensgeschichte, die sich die Autorin für ihn ausgedacht hat, die wirklich überzeugt, mehrere Überraschungen parat hält und viel Licht in die bisherige Dunkelheit um Mencheres’ Leben bringt.
Doch auch in diesem Roman wurde ich mit Mencheres nicht wirklich warm – er blieb mir immer noch seltsam kühl und reserviert und war für mich nicht gänzlich sympathisch. Auch Kira konnte mich während des Lesens nicht richtig begeistern, sie ist zwar nett und energisch, ihre Art sich durchzusetzen kam mir aber oftmals etwas aufgesetzt vor. Außerdem hat sie sich zu einfach mit den neuen Dingen abgefunden, die auf sie einstürmten – allen voran die ungewöhnliche Welt der Untoten.

Neben eher schwachen Figuren kann dieser Roman in Sachen Handlung ebenso wenig punkten. Statt einer ausgefeilten Fanasyrahmenhandlung, wie man das von der Autorin normalerweise gewohnt ist, findet man in diesem Roman vorallem Grübeleien und Gedanken der Protagonisten und allerlei Liebesbezeugungen und -handlungen. Die Geschichte um die Feindschaft Mencheres’ mit Radjedef scheint mehr eine Nebensache zu sein, und das ist wirklich schade. Auch den gewohnten Witz, den ich in den Cat-&-Bones-Bänden so sehr liebe, hat Jeaniene Frost eher spärlich eingesetzt, zu ernst und schicksalbelastet kommen die Charaktere daher und konnten mich kaum in ihren Bann ziehen. Demnach ist mit dieser zweiten Ausgliederung aus Jeaniene Frosts erfolgreicher Vampirreihe ein – für Frosts Verhältnisse und meinen Geschmack -  außerordentlich schwacher Band entstanden.

Jeaniene Frosts Stärken liegen normalerweise in ausgefeilten Rahmenhandlungen, die sie mit der richtigen Mischung aus Fantasy, Humor und Erotik vermischt. Die gewohnten Zutaten sucht man bei „Rubinroter Schatten“ zwar nicht vergebens, jedoch viel unausgewogener als in früheren Romanen. Vielmehr reiht sie sich mit diesem Band in die Masse der Romantic Fantasy ein, deren Augenmerk mehr auf sinnlichen Momenten als auf wirklicher Handlung liegt.

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07 Jan
2012

Rezension: Charlaine Harris, Toni L.P. Kelner (Hrsg.) – Werwölfe zu Weihnachten

Abgelegt unter Buchbesprechungen, Fantasy

Charlaine Harris und Toni L.P. Kelner legen mit „Werwölfe zu Weihnachten“ eine gelungene Mischung aus ideenreichen und kurzweiligen Geschichten vor, die uns abwechslungsreich unterhalten und manchmal sogar richtig fesseln können.

Doch während einige Geschichten durch ihre Originalität und gekonnt erzählten Plot bestechen, gibt es auch einzelne Erzählungen, die eher mehr so dahinplätschern und nichts wirklich Spannendes zu erzählen vermögen.

Somit ist dieses Buch also eine durchweg gut gemischte Zusammenstellung aus vorwiegend überzeugenden Kurzgeschichten rund um das Thema Weihnachten – und manche Geschichte hat es immerhin geschafft mich geradewegs vom Hocker zu reißen. Dabei reihen sich einige Erzählungen  in eine bestehende Serie wie z.b. Sookie Stackhouse (Charlaine Harris) ein.

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05 Jan
2012

Rezension: Jeaniene Frost – Nachtjägerin – Night Huntress World 1

Als Denise MacGregors Verwandte auf mysteriöse Weise sterben und sie wenig später Zeugin des Mordes an ihrem Cousin Paul wird, begreift Denise, dass sie sich nicht vor der Welt der Untoten verstecken kann; jener grausamen Welt, mit der sie nichts mehr zu tun haben wollte. Als ein Dämon sie jedoch mit seinen Malen zeichnet und ihr den Auftrag gibt, einen entfernten Verwandten von ihr ausfindig zu machen, bleibt ihr keine Wahl: Um sich und ihre Familie zu retten, muss sie tun, was der Dämon verlangt. Denn dieser wurde einst von einem Menschen betrogen und sinnt nun auf Rache. Als sie Spade wenig später um Hilfe bittet, ist er alles andere als begeistert. Mit Menschen hat er nichts am Hut, doch schon bald merkt er, dass die junge Frau in ernsten Schwierigkeiten steckt und sie ihm mehr bedeutet, als er sich zunächst eingestehen will. Auch Denise muss einsehen, dass sie der Welt, der sie einst den Rücken kehrte, nicht entkommen kann, denn sie ist nicht mehr dieselbe …

Nicht nur Cat und Bones wussten in Jeaniene Frosts Night-Huntress-Reihe die Leser zu begeistern. Auch die vielen übrigen Charaktere, Menschen wie Vampire, haben mich mitgerissen. Mit den Spin-Offs aus der Cat-&-Bones-Reihe gibt die Autorin nun endlich weiteren Figuren den ihnen gebührenden Raum uns ihre eigene Geschichte zu erzählen …

„Nachtjägerin“ macht den Anfang der „Night-Huntress-World“-Reihe mit einer in der Klemme steckenden Denise und einem selbstbewussten Vampir, der sich niemals wieder auf einen Menschen einlassen wollte. Zugegeben, ich war begeistert, als ich von den Spin-Offs erfuhr. Endlich sollten auch die übrigen Charaktere ihre eigene Geschichte erhalten. Doch zu Anfang dieses Romans habe ich dann doch etwas damit gehadert. Denise war mir plötzlich lange nicht mehr so sympathisch, wie sie dies in der Hauptserie war, wenngleich ich Spade schon fast zu Anfang ins Herz geschlossen habe. Irgendwann jedoch hatte ich mich auf den etwas gewöhnungsbedürften Charakter der Denise MacGregor eingelassen. Immerhin ist sie ein Mensch und kommt mit der ihr fast unbegreiflichen Welt der Vampire nur schwer zurecht. Und plötzlich konnte ich das Buch nicht mehr weglegen.

Was bei diesem Roman besonders auffällt: die Figuren grübeln einfach zuviel. Das nimmt dem Geschehen, das spannend und wirklich gut gelungen ist, ein wenig Fahrt. Die Geschichte ist gut konzipiert und gibt viel Raum für fesselnde Ereignisse, in denen später auch Cat, Bones und Ian ihren Auftritt erhalten. Und wie man das von der Autorin gewohnt ist, weiß sie einfach, wie man einen guten Plot rasant erzählt. Mit dem von ihr gewohnten Schuss Erotik bietet dieser Roman ebenfalls den gewohnten Rahmen, auf den man sich gefreut hat.

Augenscheinlich hat die Autorin jedoch etwas zu verklärende Vorstellungen was Körpergerüche angeht: immerhin duftet Denise nach Jasmin und Honig! Also ehrlich, das ist albern!
Und dennoch … trotz etwas zu romantischen Körpergerüchen, und der Tatsache, dass ich einige Zeit benötigte um mit Denise warm zu werden, war dieser Roman wieder ein großartiger Ausflug in die Welt der Untoten.

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29 Dez
2011

Rezension: Anne George – Mörderische Verstrickungen

Plötzlich steht Reiher-Luke vor Patricia Annes Haustür. Seine Frau Virginia sei mit dem Anstreicher abgehauen und er müsse sie finden. Und da Familienbande nunmal sehr stark sind, machen sich Patricia Anne und ihre Schwester Mary Alice gemeinsam auf, ihrem Cousin bei der Suche zu helfen. Doch mit einer Leiche in der Kirche, einer Schlangensekte und verworrenen Dorfgeschichten hätten sie dann doch nicht gerechnet. Als sich zu der ersten Leiche bald schon eine zweite gesellt, wird die Sache zunehmend brisanter, zumal Mary Alice ein Auge auf den ansässigen Sheriff geworfen hat. Dann geschieht ein Anschlag auf Patricia Anne und Mary Alice, und die Geschichte nimmt ihren Lauf …

Was war ich wieder gefesselt! Nicht nur, dass Anne George es auf eine besondere Art versteht ihre Mordfälle zuerst in Szene zu setzen und dann aufzulösen – sie leitet ihre Leser andauernd in die Irre, so dass man schlussendlich nahezu jeden verdächtigt der Mörder zu sein –, sie schafft das auch ohne viel Blutvergießen, ohne Grausamkeiten, dafür mit viel Humor. Und das ist ganz nach meinem Geschmack. Jedes Puzzleteilchen wird hier Stück für Stück mit dem Ermittlerduo aufgedeckt, und das geschieht fesselnd und kurzweilig, immer an der Seite der Schwestern und oft mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Dazu kommt das wohl smarteste Ermittler-Duo, dass ein Autor zwischen zwei Buchdeckel gebracht hat: die Schwestern Patricia Anne und Mary Alice, die eigentlich mehr so aus Versehen die Morde aufdecken, sich dabei aber immer wieder (natürlich unwissentlich) in Gefahr begeben. Die Familienbande, die die Autorin um die beiden geknüpft hat – denn schließlich haben beide Frauen eigene Familien – und die kleinen netten Streitigkeiten und „Witzeleien“, die sie immer wieder miteinander austragen, sind stets ein großer Teil von Anne Georges Krimis – und das ist gut so. Denn schließlich sind einem nicht nur Patricia Anne (die Vernünftige) und Mary Alice (die Ausgeflippte) ans Herz gewachsen, sondern auch ihre Familien.

Einziges Manko diesmal war für mich, dass das Ende leider allzu schnell und reibungslos erzählt war. Aber sei’s drum. Die beiden Schwestern sind und bleiben genial!

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28 Dez
2011

Rezension: Andrea Schacht – Jägermond – Im Reich der Katzenkönigin

Abgelegt unter Buchbesprechungen, Fantasy

Die Königin der Katzen kommt in die Welt der Menschen, um sich von einer besonderen Freundin zu verabschieden, denn Gesa Alderson, der Mensch, der Majestät einst das Leben rettete, liegt im Sterben. Als sie in ihre Welt zurückkehren will, geschieht das Unfassbare: Jugendliche greifen sie an. Dabei verliert sie ihr wichtigstes Insignium: das Ankh. Nur damit kann sie ihr Land Trefélin betreten. Bis zum nächsten Vollmond muss sie in unserer Welt ausharren und auf Hilfe hoffen. Doch während der Abwesenheit der Königin nimmt eine furchtbare Intrige in Trefélin seinen Lauf. Finn dagegen wurde gegen seinen Willen ins Land Trefélin verschleppt, und in eine Katze verwandelt. Hier kämpft er fortan damit, sich als Katze zurecht zufinden und gemeinsam mit dem Menschenmädchen Feli, dem Kater Nefer sowie der Kätzin Che-Nupet macht er sich daran, das Komplott gegen die Königin aufzudecken …

„Jägermond – im Reich der Katzenkönigin“ ist meine bisher fünfte Katzengeschichte aus der Feder Andrea Schachts. Diesmal zeigt die Geschichte deutlich Fantasycharakter, denn die Autorin hat in diesem Roman eine ganz eigene Welt erschaffen, in dem Katzen mit eigenen Legenden und Sitten leben. Das Land Trefélin kommt sehr erfindungsreich daher, ebenso wie viele Gebräuche der Katzen – und diese sind nicht nur größer als die Katzen der Menschenwelt, sie sind auch viel älter. Weiser sind sie jedoch nur bedingt, denn immerhin hat Andrea Schacht auch die Katzen mit nahezu menschlichen Schwächen ausgestattet.

Wie man das in ihren Katzenromanen gewöhnt ist, versteht Andrea Schacht es fantastisch Katzen und Menschen zusammenzubringen, und sie ein gemeinsames Abenteuer erleben zu lassen. Dabei merkt man diesem Roman an, dass die Autorin sehr routiniert ans Erzählen geht, jedoch auch mit einer ganz besonderen Freude daran. Denn ihre Figuren, Menschen wie Katzen, sind nicht nur liebenswert, man ist ihnen nach kurzer Zeit bereits vollkommen verfallen. Das Geschehen und das Setting an sich tragen ihren, nicht geringen Anteil, dazu bei, dass man diese Geschichte nahezu verschlingt.

Obwohl ich auf den ersten Seiten einige kleine Annäherungsversuche an diese Geschichte brauchte – besonders zu Anfang wirkten die Dialoge etwas gestelzt – war ich schon bald gefangen. Denn wie man das von Andrea Schacht so kennt, weiß sie ein fesselndes Abenteuer mit viel Gefühl zu vermengen und daraus ein besonders Buch zu machen.

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