Archiv für die Kategorie 'Krimis und Thriller'

29 Dez
2011

Rezension: Anne George – Mörderische Verstrickungen

Plötzlich steht Reiher-Luke vor Patricia Annes Haustür. Seine Frau Virginia sei mit dem Anstreicher abgehauen und er müsse sie finden. Und da Familienbande nunmal sehr stark sind, machen sich Patricia Anne und ihre Schwester Mary Alice gemeinsam auf, ihrem Cousin bei der Suche zu helfen. Doch mit einer Leiche in der Kirche, einer Schlangensekte und verworrenen Dorfgeschichten hätten sie dann doch nicht gerechnet. Als sich zu der ersten Leiche bald schon eine zweite gesellt, wird die Sache zunehmend brisanter, zumal Mary Alice ein Auge auf den ansässigen Sheriff geworfen hat. Dann geschieht ein Anschlag auf Patricia Anne und Mary Alice, und die Geschichte nimmt ihren Lauf …

Was war ich wieder gefesselt! Nicht nur, dass Anne George es auf eine besondere Art versteht ihre Mordfälle zuerst in Szene zu setzen und dann aufzulösen – sie leitet ihre Leser andauernd in die Irre, so dass man schlussendlich nahezu jeden verdächtigt der Mörder zu sein –, sie schafft das auch ohne viel Blutvergießen, ohne Grausamkeiten, dafür mit viel Humor. Und das ist ganz nach meinem Geschmack. Jedes Puzzleteilchen wird hier Stück für Stück mit dem Ermittlerduo aufgedeckt, und das geschieht fesselnd und kurzweilig, immer an der Seite der Schwestern und oft mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Dazu kommt das wohl smarteste Ermittler-Duo, dass ein Autor zwischen zwei Buchdeckel gebracht hat: die Schwestern Patricia Anne und Mary Alice, die eigentlich mehr so aus Versehen die Morde aufdecken, sich dabei aber immer wieder (natürlich unwissentlich) in Gefahr begeben. Die Familienbande, die die Autorin um die beiden geknüpft hat – denn schließlich haben beide Frauen eigene Familien – und die kleinen netten Streitigkeiten und „Witzeleien“, die sie immer wieder miteinander austragen, sind stets ein großer Teil von Anne Georges Krimis – und das ist gut so. Denn schließlich sind einem nicht nur Patricia Anne (die Vernünftige) und Mary Alice (die Ausgeflippte) ans Herz gewachsen, sondern auch ihre Familien.

Einziges Manko diesmal war für mich, dass das Ende leider allzu schnell und reibungslos erzählt war. Aber sei’s drum. Die beiden Schwestern sind und bleiben genial!

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01 Feb
2011

Rezension: Bernie und Chet – Ein Hundekrimi

Spencer Quinn hat mit „Bernie und Chet“ einen wunderbar frischen, humorvollen Detektivroman aus der Sicht eines Hundes geschrieben. Dabei hat er Chet mit so mancher Hundemacke bedacht, die ihn dem Leser einfach noch liebenswerter macht – und auch Bernie hat so manche Schwäche. Doch gerade diese manchmal ganz alltäglichen Macken der beiden, lassen sie noch überzeugender werden. Zwei Figuren, denen man schon bald verfallen ist und von denen man sich kaum trennen mag.

Gerade Chets fröhlicher Erzählton über das aktuelle Geschehen, über Hundeweisheiten und seine Beobachtungen der Menschen, lässt einen geradewegs über die Seiten rasen. Hier zieht sich keine Seite in die Länge, vielmehr vergisst man während des Lesens Raum und Zeit, und ist in Gedanken nur noch bei Bernie und Chet und den zuerst unerklärlichen Ereignissen.

Einen Krimi aus Sicht eines Hundes habe ich mir sehr interessant vorgestellt und bin daher mit hoher Erwartung an das Buch herangegangen. Doch zu meiner Überraschung hat es der Autor nicht nur verstanden diese Erwartungen zu erfüllen, sondern mir äußerst vergnügliche Lesestunden zu bescheren.

Man ist von der ersten Seite an vom flotten Geschehen gebannt und muss nicht selten über Chets witzige Aktionen und Beschreibungen lachen. Ein Krimi, der fast gänzlich ohne Blutvergießen auskommt, dafür jedoch mit dem tollsten Erzähler aufzuwarten weiß, von dem ich seit langem gelesen habe. Einfach klasse!

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08 Jan
2011

Rezension: Rita Falk – Winterkartoffelknödel

Zugegeben, zu Anfang – und auch ab und an zwischendrin – muss man sich arg an die Sprechweise der bayerischen Protagonisten gewöhnen. Manchmal muss man sogar ins Glossar schauen um eine Übersetzung ins „Deutsche“ zu finden. Aber irgendwie macht gerade das diesen Roman so einzigartig. Denn die Autorin hat aufs Köstlichste die bayerische Rede- und – vielleicht auch – Denkweise einfangen können. Der Roman scheint gerade wie man in diesen Landen eben denkt und spricht geschrieben, und das ist wirklich mal etwas anderes und hebt sich damit positiv von dem Krimi-Mainstream ab.

Franz Eberhofer ist einem dabei als Dorfpolizist und Hauptermittler schnell ans Herz gewachsen. Vielleicht ist er nicht der Hellste, sicher aber der sympathischste Ermittler, mit dem ich seit langem wieder einmal einen Fall gelöst habe. Nebenbei hat die Autorin viele Charaktere liebevoll gestaltet, so dass man sich schon bald sehr gern zwischen ihnen aufhält. Natürlich hat so manche Figur ihre Ecken und Kanten, aber gerade das macht sie irgendwie noch liebenswerter. Menschen eben, wie es sie im wahren Leben durchaus geben könnte.

Während Rita Falk ihre Protagonisten auf ganz eigentümliche Art porträtiert hat und die bayerische Lebensart bestens einfangen konnte, plätschert das Geschehen die ganze Zeit über leider mehr so dahin. Auch wenn die Ereignisse im Großen und Ganzen flott aus der Sicht von Franz erzählt werden, hat sich bei mir keinerlei Spannung oder fesselnde Gebundenheit an den Roman einstellen wollen. Wer also einen spannenden Plot und ausgefeilte kriminalistische Ereignisse erwartet, wird hier leider enttäuscht sein. Vielmehr ist die Stärke dieses Romans eher in der Zeichnung der Charaktere und süddeutschen Lebensweise zu suchen; die Morde und deren Aufklärung scheinen dabei eher Randschmuck darzustellen.

„Winterkartoffelknödel“ ist vielleicht nicht der Knaller schlechthin unter den Krimis, kann aber vorallem durch seine bayerische Mundart und typische bayerische Lebensweise der Charaktere punkten. Der Roman schafft es seine Leser angenehm zu unterhalten – und das ganz ohne grauenerregendes Blutvergießen.

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24 Mai
2010

Rezension: Cornelia Read – Es wartet der Tod

Schon auf den ersten Seiten von “Es wartet der Tod” stellte ich fest, dass Madeline Dare eine charmante Figur ist, die einen sofort in ihre eigene Welt entlockt. Gerade zu Anfang jedoch war ich überaus skeptisch und fragte mich, wie es Madeline nur an einen solch seltsamen Ort verschlagen konnte, an dem selbst die Lehrer psychisch labil und in therapeutischer Behandlung sind. Doch die Autorin erzählt ihre Geschichte mit einer besonderen Leichtigkeit, so dass ich schon bald jeden Zweifel verdrängt hatte.

Cornelia Read versteht es wunderbar eine kurzweilige Geschichte zu schreiben, mit einer Protagonistin, die auf Anhieb sympathisch ist und einer Handlung, die mit Witz und einer gehörigen Portion Spannung daherkommt.

Witziger und ein wenig verschrobener Roman, bei dem das Lesen richtig Spaß macht.

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25 Dez
2009

Rezension: Marc van Allen – Caligo

Ein geheimer Orden Unsichtbarer, die die Weltherrschaft anstreben und eine Gruppe Widerstandskämpfer, die sich dem mächtigen Feind entgegenstellen – ein Thriller der etwas anderen Art, der auch eine gehörige Portion Science-Fiction innehat.

Erst nachdem ich das Buch in den Händen hielt, habe ich entdeckt, dass es sich bei „Caligo“ um den dritten Band der Reihe um die Unsichtbaren handelt. Doch Marc van Allen hat wichtige Details aus den vorangegangenen Bänden geschickt eingewoben, so dass ich mich sofort in dem Roman zurecht fand. Mehr noch, erlaubte mir der Autor einen raschen Zugang zur Geschichte und schon bald konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Der einfache und klare Schreibstil des Autors macht es möglich, dass dieses Buch zum richtigen Pageturner wird. Dabei wechselt ein Abenteuer das Nächste ab, die nicht nur seine Figuren bestehen, sondern auch der Leser selbst. Ich war gefesselt und wollte am liebsten immer weiter lesen, war ich doch bereits von den Figuren und der geheimnisvollen Geschichte selbst gefangen genommen.

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