Nach dem großartigen Ende des ersten Bandes war ich sehr gespannt, ob die Autorin den zuletzt fesselnden Stil beibehalten und dem Leser ein neues, rasantes Abenteuer bieten könnte. Leider wurde ich zuerst ein wenig enttäucht, denn der zweite Band „Engelszorn“ beginnt etwas schleppend. Dies mag zum einen an den ständigen Kampf-Übungen liegen, die Elena durchmachen muss um ihre Kräfte zu stärken, zum anderen daran, dass die angedeuteten erotischen Szenen immer wieder aufgeschoben werden, weil Elena noch nicht soweit wieder bei Kräften ist. Das zu betonen wird Raphael nicht müde und es begann schon bald mich zu nerven.
Auch von der Liebe zwischen Raphael und Elena ist zu Anfang wenig zu spüren, im Gegenteil, verfällt das Paar doch wieder in alte Gewohnheiten zurück und geht eher auf Distanz. Für mich als Leser war das etwas frustrierend, denn wenn ich eines lesen wollte, dann von der tiefen Liebe zwischen den beiden, die im letzten Band am Schluss so richtig zu Herzen gehend von der Autorin geschildert wurde.
Doch nach und nach hat Nalini Singh es doch noch geschafft Spannung aufzubauen als die Geschehnisse um die rätselhaften Morde in der Zufluchtsstätte immer mehr Fahrt aufgenommen haben und Elena und Raphael der Lösung dieser Fälle deutlich näher kamen.
„Engelszorn“ plätschert im ersten Teil des Romans mehr so dahin. So richtig will das Geschehen nicht in Gang kommen, und so ganz kann dieser Roman mit dem Vorgänger nicht mithalten. Nachdem echte Spannung erst im zweiten Teil spürbar wird, kann man dann jedoch nicht mehr vom Geschehen ablassen.
































October Daye ist eine ungewöhnliche Heldin: sie ist nicht besonders hübsch, ihre Magie ist nicht stark und Angst kennt sie nur allzu gut. Aber genau das macht sie ungemein sympathisch – eine Figur also, die man sofort gern hat. Doch nicht nur die Hauptfigur ist der Autorin bestens gelungen. Auch die übrigen Charaktere können überzeugen.
Die Romane um die charismatische Kate Daniels lassen sich mit einem einzigen Wort treffsicher beschreiben: fantastisch! Nicht nur, dass es dem Autorenpaar aufs Beste gelingt von einem spannenden, düsteren Geschehen zu erzählen, sie schaffen es darüberhinaus, dass man die Figuren – Kate und die Gestaltwandler – richtig lieb gewinnt. Dass die Geschichte aus der Sicht von Kate erzählt wird, und der Leser ihre Gedanken und Gefühle miterleben kann, macht es möglich, dass man sich dieser überaus symapthischen Figur noch viel näher fühlt.
Sabine Weiß beginnt ihren Roman vielversprechend. Die Hauptfigur Margarethe Prüß ist einem sofort sympathisch und bleibt es auch durch den ganzen Roman und viele Jahre an ihrer Seite. Als Leser lernen wir ein wenig über die Buchdruckerei, das Leben in Straßburg und über das Zusammenleben der Menschen zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Besonders gut hat mir gefallen, dass man beim Erwachsenwerden von Margarethes sieben Kinder dabei ist, ihr zu Seite steht als ihr erster Ehemann Reinhard und auch der zweite Mann Johannes den Tod finden und mit ihr glücklich ist als sie sich in den viel jüngeren Balthasar verliebt. Sabine Weiß hat ihre Figuren mit viel Menschlichkeit ausgestattet, dass es dem Leser leicht macht, sie zu mögen.
Der Autor entwirft ein wahrlich magisches Avalon, in dem ein mächtiger Baum Lebensraum vieler Lebewesen und Heimat vieler Reiche darstellt. Als Leser ist man dabei immer an Basils Seite, selbst als dieser noch in einem kleinen grünen Ei nach Avalon gerät. Der kleine Kerl ist einem dabei schnell sympathisch und man entdeckt zunächst mit ihm seine Heimat Waldwurzel.



